Arbeitsrecht von A-Z
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Zeugnis, branchenüblich

Branchenübliche Formulierungen gehören ins Arbeitszeugnis



Gibt es für eine bestimmte Berufsgruppe branchenübliche Formulierungen im Arbeitszeugnis, so gehören sie auch in die Beurteilung des Mitarbeiters. Wird sie ausgelassen, so kann dies ein unzulässiges Geheimzeichen sein. Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf Ergänzung des Zeugnisses, es sei denn, der Arbeitgeber hat für die Auslassung eine sachliche Rechtfertigung. Entsprechend urteilte das Bundesarbeitsgericht über die Klage eines Redakteurs, dessen Herausgeber in dem Arbeitszeugnis nicht die Belastbarkeit in Stresssituationen hervorgehoben hatte. Das Bundesarbeitsgericht gab dem Redakteur dem Grunde nach Recht, beauftragte aber das Landesarbeitsgericht zu prüfen, ob diese Formulierung in der Medienbranche tatsächlich üblich ist. Grundsätzlich gelte, dass nach § 109 GewO ein sogenanntes einfaches Arbeitszeugnis mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit haben muss. Ein qualifiziertes Zeugnis muss auf Verlangen des Arbeitnehmers auch Angaben zu Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis enthalten. Zeugnisse müssen klar, verständlich und eindeutig formuliert sein und Leistung und Sozialverhalten bei wohlwollender Beurteilung zutreffend wiedergeben. (BAG, 9 AZR 632/07, Urteil vom 12.08.2008 )
( 09/08 )