Arbeitsrecht von A-Z
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Zahlungsmoral der Kunden darf keine Auswirkungen auf den Lohn haben

Eine leistungsabhängige Vergütung darf nicht an die Zahlungsmoral der Kunden gekoppelt sein, so die Richter des Landesarbeitsgerichtes Hamm. Eine Steuerfachkanzlei hatte mit einem Steuerfachgehilfen eine Vereinbarung getroffen, nach der er am Honorar der Mandanten beteiligt wird – allerdings nur, wenn diese ihre Rechnung auch begleichen. Der Provisionsanteil betrug rund zwei Drittel der Gesamtvergütung des Arbeitnehmers. Diese Vereinbarung ist jedoch nach Auffassung der Richter unwirksam weil sittenwidrig. Denn dadurch wälze der Arbeitgeber sein Betriebs- und Wirtschaftsrisiko auf den Mitarbeiter ab. Der Lohnanspruch dürfe nicht von Umständen abhängig gemacht werden, auf die der Mitarbeiter keinen Einfluss habe. (LAG Hamm, 14 Sa 1249/14)
( 01/16 )