Arbeitsrecht von A-Z
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Witterung, Risiko

Witterungsabhängige Arbeit: Arbeitgeber trägt das Risiko
In einem witterungsabhängigen Unternehmen muss der Arbeitnehmer auch dann seinen Lohn komplett erhalten, wenn wegen ungünstigen Wetters nicht gearbeitet werden kann. Das Risiko trägt allein der Arbeitgeber. Entsprechend urteilte das BAG jüngst in einem Urteil. In dem zu verhandelnden Fall ging es um einen Zement- und Baustoffhandel. Der Kläger bekam laut Arbeitsvertrag als LKW-Fahrer für die Monate März bis November 1300 Euro monatlich. Für die übrigen Monate war nur die Auszahlung von zuvor „aufgesparter“ Vergütung vorgesehen. Der Arbeitgeber begründete dies damit, dass sein Unternehmen im Winter wegen schlechten Wetters regelmäßig zum Stillstand komme. Der Arbeitnehmer verlangte aber auch für den Rest des Jahres die Vergütung von monatlich 1300 Euro. Mit Recht, denn sein Arbeitsverhältnis war weder befristet, noch war eine Ruhen der beiderseitigen Hauptpflichten vereinbart worden. Es lagen also keine Voraussetzungen für eine wirksame Vereinbarung von Abrufarbeiten vor. Der Arbeitgeber trägt das alleinige Risiko, wobei sich jedoch der Arbeitnehmer anrechnen lassen muss, was er in dieser Zeit anderweitig verdient oder hätte verdienen können oder was er wegen des Arbeitsausfalls an Unkosten einspart.
( 07/08 )