Arbeitsrecht von A-Z
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Werkvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung?

Immer wieder ein Thema: Wann liegt ein Werk- oder Dienstvertrag vor, wann eine Arbeitnehmerüberlassung. Ein klares Kriterium für eine Arbeitnehmerüberlassung ist, wenn der Arbeitnehmer in den Betrieb eingegliedert ist und auch arbeitsvertragliche Weisung durch die andere Firma erhält. Irrelevant sind hier die vertraglichen Gestaltungen zwischen den beiden Firmen, sondern einzig die tatsächliche Praxis. Entscheiden ist, wie der Arbeitsalltag gelebt wird, so das LAG Baden-Württemberg jüngst in einem Urteil. Zwei freie Mitarbeiter eines IT-Systemhauses, einem Subunternehmen eines IT-Dienstleister, waren im Rahmen eines Werkvertrages von 2001 bis 2011 ausschließlich bei Daimler als IT-Kräfte eingesetzt und dort für die Funktionsfähigkeit der Computerarbeitsplätze zuständig. Nach eigener Auffassung waren sie tatsächlich Arbeitnehmer von Daimler und klagten. Nach Ansicht von Daimler wären die Männer jedoch auf Basis eines Ticketsystems mit einzelnen Aufträgen betreut worden. Nach Auffassung der Richter des Landesarbeitsgerichtes gestaltete sich der tatsächliche Arbeitsalltag jedoch anders. Sie gaben den Klagen statt. (LAG Baden-Württemberg, 2 Sa 6/13)
( 07/14 )