Arbeitsrecht von A-Z
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Urlaubsvergütung, zuviel Urlaub

Zuviel Urlaub – Geld zurück?

Was tun, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund von Rechen- und Übertragungsfehlern zuviel Urlaub erhalten hat? Der Urlaub im Sinne der Freistellung von Arbeit kann vom Arbeitgeber nicht zurückgefordert werden, wohl aber die für diese Zeit gewährte Urlaubsvergütung. Und zwar gilt dies sowohl für die Urlaubsvergütung als auch für das gewährte Urlaubsgeld. So sieht es die gesetzliche Vorschrift über die ungerechtfertigte Bereicherung gemäß §§ 812 ff. BGB vor. Der Arbeitgeber aber kann das Urlaubsentgelt nicht zurückfordern, wenn er bewusst und vorbehaltlos Urlaub gewährte, obwohl eine Verpflichtung hierzu nicht bestand und er gewusst hat, dass er zur Leistung nicht verpflichtet war.
Im Einzelfall können aber auch individual- oder tarifvertragliche Regelungsklauseln zum Tragen kommen und Anspruchsgrundlagen für einen Rückforderungsanspruch regeln.
Scheidet der Mitarbeiter allerdings im ersten Halbjahr aus, so gilt eine Sonderregel, da er nur einen Anspruch auf Teilurlaub hat (§ 5 Abs. 1 Buchst. C BUrlG). Der Arbeitnehmer hat dann zwar auch nur Anspruch auf das Urlaubsentgelt für den Teilurlaub, hat er aber bereits mehr Urlaub und auch Urlaubsentgelt erhalten, so muss er dies nicht zurückzahlen (§ 5 Abs. 3 BUrlG). Nicht der alte Arbeitgeber soll in diesem Fall „entschädigt“ werden, vielmehr erwirbt der Arbeitnehmer einen geringeren Anspruch auf Urlaub und Urlaubsentgelt bei dem neuen Arbeitgeber.
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