Arbeitsrecht von A-Z
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Urlaubsanspruch während Kündigungsschutzverfahren gilt

Wurde einem Mitarbeiter rechtzeitig eingereichter Urlaub nicht gewährt, so verfällt dieser Anspruch nicht im Verzugszeitraum, sondern wandelt sich vielmehr in einen Schadensersatzanspruch um. Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil deutlich gemacht. Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, dem im September 2006 gekündigt worden war. Er hatte einen Anspruch auf 30 Tage Urlaub in Jahr. Der Mann erhob sofort Kündigungsschutzklage und machte seinen Urlaubsanspruch geltend. Der Kündigungsschutzklage wurde stattgegeben. Es folgten jedoch mehrere Rechtsstreite, sodass das Arbeitsverhältnis bis Ende 2008 fortbestand. Die Firma gewährte dem Mann in den Jahren 2006, 2007 und 2008 keinen Urlaub. Der Mann klagte auf Schadensersatz, erhielt jedoch erst am Bundesarbeitsgericht Recht. Nach Auffassung der Richter war die beklagte Firma ungeachtet der geführten Kündigungsschutzklage verpflichtet, dem Kläger auch in den Jahren 2006 bis 2008 Urlaub zu gewähren. Sein Anspruch sei erfüllbar und rechtens gewesen, da die Kündigung unwirksam war und das Arbeitsverhältnis fortbestand. (BAG 9 AZR 760/11).
( 07/14 )