Arbeitsrecht von A-Z
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Urlaub ist Privatsache

Wer seinen Urlaub in einem „unsicheren“ Gebiet verbringen möchte, dem kann der Arbeitgeber keine Steine in den Weg legen. Auch wenn die möglicherweise verzögerte Rückreise sich auf das Arbeitsverhältnis auswirken könnte, hat der Arbeitgeber kein Recht, die Reise zu untersagen. Reiseziel und auch die Aktivitäten vor Ort sind Privatsache des Arbeitnehmers. Auch obliegt dem Arbeitnehmer nicht die Pflicht, sich im Urlaub zu erholen. Einzig eine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit ist nicht erlaubt. (38 BUrlG) Verzögert sich die Rückreise tatsächlich und erscheint der Arbeitnehmer nicht wieder pünktlich am Arbeitsplatz, so gilt: Keine Arbeit, kein Lohn – unabhängig von den Gründen für die verzögerte Rückkehr. Einzig, wenn der Arbeitgeber allein oder weitgehend für die verhinderte Rückreise verantwortlich ist, bleibt der Lohnanspruch erhalten. Dies wäre z.B. bei einer Dienstreise denkbar. Eine weitere Ausnahme regelt der § 616 BGB: Verzögert sich die Rückreise um eine nicht erhebliche Zeit und liegt der Grund dafür in der Person des Arbeitnehmers und ist aber nicht selbstverschuldet, so ist die Vergütung weiter zu zahlen. Dies könnte z.B. im Fall von Auseinandersetzungen mit Behörden sein, die sich ein paar Tage hinziehen.
Sobald sich die verspätetet Rückreise abzeichnet, sollte der Arbeitnehmer aufgrund seiner Treuepflicht seinen Arbeitgeber so schnell wie möglich informieren. Dann kann auch eine Verlängerung des Urlaubs ausgehandelt werden.
Sanktioniert werden kann die verspätete Rückkehr aus dem Urlaub nur dann, wenn der Arbeitnehmer sie selbst verschuldet hat, z.B. einen Flug von einem bereits gesperrten Flughafen gebucht hat. Möglich ist dann eine Abmahnung bis hin zu einer verhaltensbedingten Kündigung in Einzelfällen.
( 10/10 )