Arbeitsrecht von A-Z
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Urlaub, Genehmigter Urlaub nicht einseitig kündbar

Wurde der Urlaubstermin einmal festgelegt, kann dies weder von Arbeitnehmer- noch von Arbeitgeberseite einseitig umgestoßen werden. Hierzu bedarf es einer gemeinsamen Vereinbarung. Bei Vertragsunterzeichnung war einer neuen Mitarbeiterin ein bereits gebuchter Urlaub zugesagt worden. Er wurde auch direkt im Arbeitsplan vermerkt. Später wurde er ihr jedoch verweigert und aus dem Dienstplan wieder gestrichen. Der Betriebsleiter bestätigte ihr das auf Nachfrage. Die Frau schaltete daraufhin einen Anwalt ein. Dieser forderte den Arbeitgeber schriftlich auf, innerhalb einer Frist den Urlaub zu gewähren. Daraufhin wurde ihr gekündigt. Die Frau klagte. Zu Unrecht, wie die Richter am Arbeitsgericht Dortmund befanden. Das Argument des Arbeitgebers, er sei durch das Vorgehen der Frau, sofort einen Anwalt einzuschalten, irritiert gewesen, ließen die Richter nicht gelten. Da die Frau zunächst vergeblich durch persönliche Kommunikation versucht habe, ihr Recht zu vertreten, habe sie durchaus einen Anwalt einschalten können. Die Kündigung sei eine Maßregelung des Arbeitgebers im Sinne von § 612a BGB und komme einer Sittenwidrigkeit nach. Arbeitnehmer dürfen Mitarbeiter nicht benachteiligen, weil sie ihre Rechte in zulässiger Art wahrnehmen.
(ArbG Dortmund, 9 Ca 5518/13)
( 05/15 )