Arbeitsrecht von A-Z
Anzahl der Einträge: 1

Unter dem Durchschnitt – kein Kündigungsgrund

Auch wenn ein Mitarbeiter weniger Leistung erbringt als seine Kollegen im Schnitt, so ist dies kein Kündigungsgrund. So sehen es die Richter des Landesarbeitsgerichtes Hamm. Weniger Leistung als der Durchschnitt heißt nicht, dass der Arbeitnehmer seine persönliche Leistungsfähigkeit nicht  ausschöpft. Ob eine Leistung schlecht sei, richte sich nicht nach der Leistung der anderen Mitarbeiter, sonder nach dem persönlichen Leistungsvermögen des Mitarbeiters. Ein Mitarbeiter muss laut Auffassung der Richter seine Arbeit gemäß dem Arbeitsvertrag erledigen, so gut er kann. Ob er das tut, lasse sich  anhand von starren Leistungskriterien nicht nachweisen. Sind Qualitätsmängel oder Fahrlässigkeit aber tatsächlich nachweisbar, ist natürlich eine Kündigung nach erfolgter Abmahnung auch möglich. Eine vereinfachte Beweislast gewährt die Rechtsprechung Arbeitgebern, wenn ein Mitarbeiter um mindestens ein Drittel weniger Leistung erbringt als der Durchschnitt seiner Kollegen.  (LAG Hamm, 10 Sa 875/09)
( 08/10 )