Arbeitsrecht von A-Z
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Teilzeitanspruch, Geltendmachung

Teilzeitanspruch rechtzeitig geltend machen
Wer seinen Anspruch auf Teilzeit geltend machen will, muss dies seinem Arbeitgeber mindestens drei Monate vorher mitteilen (§ 8 Abs. 2 1 TzBfG). Dabei genügt es, mündlich den Zeitpunkt der Teilzeit und den Umfang der Verringerung zu nennen. Wie die Verteilung der verbliebenen Arbeitszeit dann aussieht, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einem Gespräch erörtern.
Dabei können Arbeitnehmer eine bestimmte Verteilung der Arbeitszeit verlangen. Das geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) in Erfurt hervor. Nach Meinung der Richter muss ein Arbeitnehmer die genaue Verteilung der Arbeitszeit nicht bereits im Antrag festlegen, sondern seinen Wunsch spätestens im Gespräch mit dem Arbeitgeber anbringen. Ob er dann wirklich in Teilzeit geht, könne er davon abhängig machen, ob der Arbeitgeber dem Wunsch zustimmt.
In dem in Erfurt verhandelten Fall hatte eine technische Angestellte die Verringerung ihrer Arbeitszeit von 38,5 auf 25 Wochenstunden beantragt. Sie bat um Beschäftigung montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr. Ihr Arbeitgeber lehnte ab und verlangte eine längere Tätigkeit am Stück. Die Richter urteilten jedoch, dass der Arbeitgeber dem Wunsch der Mitarbeiterin nachkommen müsse, da sie bereits im Gespräch mit dem Arbeitgeber ihren Antrag auf Teilzeit von einer bestimmten Verteilung der Arbeitszeit abhängig gemacht hatte. (AZ: 9 AZR 644/03)
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