Arbeitsrecht von A-Z
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Stellenausschreibung, geschlechtsspezifische

Geschlechtsspezifische Stellenausschreibung kann rechtmäßig sein



In gewissen Fällen kann eine Stellenausschreibung, in der nur ein Mann oder nur eine Frau gesucht wird, rechtmäßig sein. Einen entsprechenden Fall hatte jüngst das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz zu verhandeln. Ein Gymnasium suchte für sein Mädcheninternat eine Erzieherin, Sportlehrerin/Sozialpädagogin. Es gab 20 Bewerberinnen und einen Bewerber. Der wurde abgelehnt mit dem Hinweis, es werde eine Frau gesucht. Er verlangte daraufhin 2,5 Monatsgehälter Entschädigung gemäß §§ 15 Abs. 2 AGG. Das Arbeitsgericht gab ihm Recht, da er grundsätzlich für die Tätigkeit geeignet sei. Die Schule hätte die Schichtpläne entsprechend umschreiben können, so dass ein Mann eingestellt werden könne. Dem Internat ging es darum, dass eine Erzieherin bei Abwesenheit der Mädchen abends in den Schlafzimmern auch die Duschräume hätte kontrollieren müssen, zu denen die Jungen und Lehrer des Internats keinen Zutritt haben. Da das Verhältnis von Schülerinnen zu Schülern 3:4 ist, beschäftigt die Schule vier Erzieherinnen und drei Erzieher. Das Landesarbeitsgericht hält dies für sachgerecht und wies die Forderung des Bewerbers zurück, dass Schichtpläne umgeschrieben werden müssten, damit über den Proporz hinaus eingestellt werden könne. Die Richter empfehlen, bei nicht geschlechtsneutralen Stellenausschreibungen, zu begründen, warum nur ein Mann oder eine Frau eingestellt werden kann. (LAG Rheinland-Pfalz, 2 Sa 51/08, Revision zugelassen)
( 11/08 )