Arbeitsrecht von A-Z
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Stalking, Fristlose Kündigung bei massivem und wiederholten Stalking

Wenn Stalking sehr massiv wird, kann einem Mitarbeiter auch fristlos gekündigt werden, ohne dass er zuvor abgemahnt wurde. So hat das Bundesarbeitsgericht jüngst entschieden und die fristlose Kündigung eines Verwaltungsangestellten des Landes für rechtlich möglich erklärt. Bereits 2007 war der Mann wegen Stalkings im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens darauf hingewiesen worden, es habe „eine unmittelbare Kontaktaufnahme zur Vermeidung arbeitsrechtlicher Konsequenzen zu unterbleiben.“ Abgemahnt wurde er allerdings nicht. 2009 warf ihm eine Leiharbeiterin massives Stalking vor. Nach Anhörung beider Seiten kündigte das Land dem Angestellten fristlos. Das Arbeitsgericht urteilte zu Gunsten des Landes, das Landesarbeitsgericht zu Gunsten des Angestellten. Das Bundesarbeitsgericht hielt die fristlose Kündigung in so einem Fall grundsätzlich für möglich und verwies den Fall zurück an das Landesarbeitsgericht. Dort müssen die Richter nun prüfen, ob angesichts der Vorgeschichte tatsächlich eine Abmahnung überflüssig war. (BAG, 2 AZR 258/11)
( 07/12 )