Arbeitsrecht von A-Z
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Sexuelle Belästigung

Sexuelle Belästigung – Abmahnung oder Kündigung?

Sexuelle Belästigung muss nicht zwangsläufig zur Kündigung führen, wie eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes zeigt. Ob eine sexuelle Belästigung eine außerordentliche Kündigung rechtfertige, hänge von den Umständen ab, so die höchsten Arbeitsrichter. In diesem Fall war ein Mechaniker in den Waschräumen auf die Reinigungskraft eines externen Unternehmens getroffen. Die beiden kamen ins Gespräch, wobei der Mechaniker der Frau Komplimente zu ihrer Oberweite machte und sie auch am Busen berührte. Als die Frau sagte, dass sie das nicht wünsche, hörte der Mann sofort damit auf. Die Frau berichtete ihrem Chef von dem Vorfall, der sprach mit dem Vorgesetzten des Mechanikers. Der Mann wurde zur Rede gestellt und gab den Vorfall zu. Er entschuldigte sich und zahlte im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs ein Schmerzensgeld. Dennoch wurde ihm fristlos gekündigt. Eine fristlose Kündigung ist gemäß § 626 Abs. 1 BGB legal, wenn dem Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung nicht zuzumuten ist. Zwar sahen die Richter in der Belästigung eine Verletzung der vertraglichen Pflichten im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, jedoch sei dem Arbeitgeber durchaus eine Weiterbeschäftigung zuzumuten. Der Mitarbeiter habe sich schließlich reumütig gezeigt, daher wäre eine Abmahnung angemessen gewesen. (BAG, 2 AZR 651/13)
( 09/15 )