Arbeitsrecht von A-Z
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schlechte Arbeitsleistung

Kündigung wegen Langsamkeit
Wer am Arbeitsplatz trödelt, riskiert die Kündigung. Das entschieden jetzt die Richter am Frankfurter Arbeitsgericht. In dem betreffenden Fall hatte eine Architektin gegen einen hessischen Landkreis geklagt, der ihr fristgerecht gekündigt hatte. Die Architektin war mit der Erstellung fachlicher Gutachten und der Überprüfung privater Bauvorhaben betraut. Als sie ein Gutachten trotz mehrerer schriftlicher Arbeitsanweisungen und einer Abmahnung auch nach 96 Arbeitstagen nicht fertig gestellt hatte, erhielt sie die Kündigung. Nach Ansicht ihrer Vorgesetzten hätten 40 Arbeitstage für die Erstellung des Gutachtens ausgereicht. Dagegen zog die Architektin vor Gericht – doch die Richter hatten kein Verständnis und wiesen ihre Klage ab. Laut Urteil muss ein Arbeitnehmer bei einer derart langwierigen Bearbeitung tatsächlich mit arbeitsrechtlichen Sanktionen rechnen. Er habe dann seine Arbeitskraft nicht angemessen ausgeschöpft, darauf habe aber der Arbeitgeber einen Anspruch. 03/05 Kündigung wegen Minderleistung
Eine Kündigung wegen Minderleistung nach § 1 Abs. 2. KSchG kann ein Arbeitgeber sowohl verhaltens- als auch personenbedingt rechtfertigen. Eine verhaltensbedingte Kündigung setzt voraus, dass dem Arbeitnehmer eine Pflichtverletzung nachzuweisen ist – er also weniger arbeitet, als er könnte. Diese könnte vorliegen, wenn er z.B. über einen längeren Zeitraum deutlich die durchschnittliche Arbeitsleistung unterschreitet. Eine personenbedingte Kündigung ist dagegen gerechtfertigt, wenn bei einem leistungsschwachen Arbeitnehmer in Zukunft nicht damit zu rechnen ist, dass er dem im Arbeitsvertrag festgehaltenen Pensum nachkommen wird.
Kommt es dann zu einem Prozess, so muss der Arbeitgeber zunächst nur die Minderleistung vortragen. Der Arbeitnehmer aber muss erläutern, warum er trotz Minderleistung seine Leistungsfähigkeit ausschöpft bzw. warum er weniger leistet und ob in Zukunft eine Besserung zu erwarten ist.
(BAG; NZA 2004, S. 1380ff) 05/05