Arbeitsrecht von A-Z
Anzahl der Einträge: 1

Befristung sachgrundlos, rechtsmissbräuchlich

Wenn die sachgrundlose Befristung rechtsmissbräuchlich ist

Nur weil ein Arbeitnehmer seinen befristeten Arbeitsvertrag bei einem Arbeitgeber kündigt und stattdessen einen anderen befristeten Vertrag bei einem anderen Arbeitgeber abschließt, darf dieser nicht sachgrundlos befristet sein. So sieht es das LAG Berlin-Brandenburg.

Die Klägerin war befristet als technische Assistentin in einer Arbeitsgruppe eines Forschungsverbundes beschäftigt, der gemeinsam mit einem anderen Arbeitgeber ein Labor betrieb. Die Klägerin kündigte auf Initiative des Leiters der Arbeitsgruppe ihr Arbeitsverhältnis mit dem Forschungsverband und schloss ein sachgrundlos befristetes Arbeitsverhältnis mit dem neuen Arbeitgeber ab.

Dann klagte sie auf Entfristung, mit Erfolg. Nach Auffassung der Richter habe es für den Arbeitgeberwechsel keinen sachlichen Grund gegeben, er sei vielmehr benutzt worden, um eine ansonsten unmögliche sachgrundlose Befristung zu realisieren. Die gesetzlichen Bestimmungen seien so umgangen worden. (LAG Berlin-Brandenburg, 31.1.2019, 21 Sa 936/18)

( 07/19 )