Arbeitsrecht von A-Z
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Reisezeit

Kein Büro im Zug
Mit Handy und Laptop wird der Zug von Köln nach Berlin schnell zum mobilen Büro. Doch wer dort arbeitet, tut dies freiwillig und kann dies nicht als Dienstzeit anrechnen. Das besagt ein Urteil des Bundesarbeitsgerichtes. Geklagt hatte ein wissenschaftlicher Angestellter einer Bundesbehörde, der immer wieder Dienstreisen ins In- und Ausland antreten musste. 155 Stunden verbrachte er dabei in einem Jahr unterwegs. Dafür wollte er gerichtlich von seinem Arbeitgeber eine Gutschrift für sein Zeitkonto durchsetzen, weil er auch dienstliche Handygespräche geführt und mit dem Laptop gearbeitet habe. Ohne Erfolg. Die Richter halten die Tarifregelungen im öffentlichen Dienst für rechtmäßig. Reisezeiten seien von der Arbeitszeit ausgenommen und gelten als Ruhezeit. Das gelte auch für Dienstreisen außerhalb der normalen Arbeitszeit. Vergütet werde nur die regelmäßige Arbeitszeit. Allerdings wird die Fahrzeit zur Ruhezeit, wenn der Chef dem Arbeitnehmer vorschreibt, selbst das Auto zu fahren. Andere Regelungen abweichend vom Arbeitszeitgesetz können auch durch Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen sowie arbeitsvertragliche Regelungen getroffen werden. (BAG, 9 AZR 519/05)
( 07/06 )