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Homeoffice kann nicht einfach gekündigt werden

Eine Vereinbarung, wonach ein Mitarbeiter einen Teil seiner Arbeit über das Homeoffice abwickelt, kann der Arbeitnehmer nicht ohne weiteres kündigen. Hierbei sind die Grenzen billigen Ermessens zu beachten, so das Landesarbeitsgericht Düsseldorf in einem Urteil. Ein voraussetzungsloses Kündigungsrecht in einer solchen Vereinbarung würde den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligen und ist daher unwirksam. Die Richter gaben der Klage eines Kundenbetreuers statt, der seit 2005 40 Prozent seiner Arbeitsleistung über das Homeoffice erbrachte. Die getroffene Vereinbarung sah vor, dass sie innerhalb von vier Wochen von beiden Seiten gekündigt werden kann. Ein Rechtsanspruch auf einen alternierenden Arbeitsplatz wurde nicht begründet. Im Herbst 2013 hatten die Parteien erfolglos über eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses verhandelt, darauf folgte die Kündigung des Homeoffices seitens des Arbeitgebers ohne Einbeziehung des Betriebsrates. Die Klage des Arbeitnehmers hatte vor dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht Erfolg. Nach Auffassung der Richter war die Telearbeit nicht wirksam gekündigt worden, der Arbeitnehmer muss weiterhin 40 Prozent seiner Arbeit von zu Hause aus verrichten dürfen. Durch die einseitige Kündigung war der Mitarbeiter benachteiligt gewesen, auch war die Zustimmung des Betriebsrates nicht eingeholt worden. Diese wäre notwendig gewesen, denn die Beendigung des Homeoffices stellt eine Versetzung im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes dar. Und eine solche ist mitbestimmungspflichtig. (LAG Düsseldorf, 12 Sa 505/14)
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