Arbeitsrecht von A-Z
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Mobbing

Ein unsensibler Führungsstil ist kein Mobbing



Schnell wird bei Streit unter Kollegen oder Ärger mit den Vorgesetzten von Mobbing gesprochen. Doch nur wem böse Absichten nachgewiesen werden können, der kann auch des Mobbings überführt werden. Das haben kürzlich die Landesarbeitsgerichte Schleswig-Holstein und Berlin mit zwei Urteilen bestätigt. Demnach muss bewiesen werden, dass der Vorgesetzte zumindest damit hätte rechnen können, dass bei dem Mitarbeiter durch sein Verhalten gesundheitliche Schäden entstehen.
In dem Fall vor dem LAG Berlin klagte ein Betriebsrat gegen den Gesellschafter wegen Mobbings. Man habe häufig Auseinandersetzungen über die Arbeitsbedingungen gegeben, woraufhin der Betriebsrat psychisch erkrankte. Doch dem Gesellschafter konnte keine verwerfliche Motivation nachgewiesen werden. Die hätten sein können: Neid, Missgunst oder Sadismus. Die Klage des Betriebsrates wurde abgewiesen (AZ: 3 Sa 542/03).
Auch ein autoritärer Führungsstil gilt nicht als Mobbing, urteilte das LAG Berlin. Eine Betriebsrätin eines Krankenhauses hatte den Posten als Personalleiterin übernommen. Da sie sich mit bestimmten Aufgaben im Zweispalt sah, kam es zu Konflikten mit dem Geschäftsführer. Die Frau fühlte sich schikaniert und erkrankte an Depressionen. Daraufhin verklagte sie den Geschäftsführer wegen Mobbings auf Schmerzensgeld. Zu Unrecht, wie die Richter befanden (AZ: 16 Sa 2280/03). Die Frau habe dem Vorgesetzten kein rechtwidriges und schuldhaftes Fehlverhalten nachweisen können. Ein unsensibler Führungsstil sei nicht gleich Mobbing.
04/05