Arbeitsrecht von A-Z
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Mitleid als Grund für befristetes Arbeitsverhältnis

Grundsätzlich gilt: Wird ein befristeter Arbeitsvertrag erst nach Ablauf der Vertragslaufzeit und nicht bereits vor dessen Ende verlängert, ist dies als Neuabschluss eines befristeten Vertrages zu sehen. Das ist nach § 14 Abs. 2 S. 2 TzBfG ohne Sachgrund unzulässig. Ein solcher Sachgrund liegt z.B. in der Person des Arbeitnehmers begründet. So kann der Arbeitnehmer aus Mitleid für einen Arbeitnehmer, der sich in einer schwierigen privaten Situation befindet, dessen Arbeitsplatz noch einige Monate länger erhalten. Die sozialen Abwägungen müssen klar an erster Stelle stehen vor den Interessen der Firma. Diese Rechtsauffassung hat das Landesarbeitsgericht Hessen jüngst in einem Fall bekräftigt. Eine Frau, die sehr lange krank geschrieben war, und dessen Rückkehr an den Arbeitsplatz auch nicht absehbar war, hatte aufgrund ihrer Erkrankung und eines Todesfalls in der Familie einen weiteren befristeten Vertrag erhalten. Das Gericht sah hier den Sachgrund als gegeben. (LAG Hessen, 16 Sa 709/12)
( 01/14 )