Arbeitsrecht von A-Z
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Lohnfortzahlung bei Alkoholsucht

Alkoholsucht ist eine Krankheit und damit steht einem alkoholabhängigen Arbeitnehmer auch eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zu. Selbst dann, wenn er schon mehrfach vergeblich versucht hat, von der Sucht loszukommen. Ihn trifft im Falle eines Rückfalls keine Schuld, machen die Richter des Bundesarbeitsgerichtes mit einem Urteil deutlich. Ein alkoholabhängiger Mitarbeiter einer Baufirma erlitt einen Rückfall und war monatelang krank geschrieben. Der Arbeitgeber kündigte ihm fristlos, die Kündigungsschutzklage endete mit einem Vergleich und der Entlassung des Mannes zum Jahresende. Während dieser Zeit zahlte die Krankenkasse Krankengeld. Dieses Geld wollte sie aber von der Firma erstattet haben und klagte. Die Firma jedoch verwies darauf, dass der Mann schuldhaft erkrankt sei und damit kein Anrecht auf Lohnfortzahlung für sechs Wochen habe. Die Bundesrichter werteten Alkoholsucht aber als Krankheit, Rückfälle nach einer Therapie seien nicht als Selbstverschulden zu werten. ( BAG 10 AZR 99/14 )

( 10/15 )