Arbeitsrecht von A-Z
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Kündigungsgründe nicht austauschbar

Ist eine Kündigung einmal ausgesprochen, können nicht im späteren Prozesse weitere Gründe nachgeschoben werden, wenn diese der Kündigung einen anderen Charakter verleihen. So sahen es die Richter am Landesarbeitsgericht Düsseldorf. Sie hatten über eine Kündigungsschutzklage zu entscheiden. Die Klägerin hatte eine verhaltensbedingte Kündigung erhalten, gegen die sie klagte. Die Richter sahen für diese Kündigung keine ausreichenden Gründe, zumal auch keine vorherige Abmahnung erfolgt war. Die Arbeitgeberin verwies dann darauf, dass auch aus betriebsbedingten Gründen gekündigt worden sei, man habe sich jedoch bewusst für die verhaltensbedingte Kündigung entschieden.  Die Richter ließen jedoch ein Nachschieben von Gründen nicht zu, da die Gründe augenscheinlich ja auch bereits bei der verhaltensbedingten Kündigung bekannt gewesen seien und diese der Kündigung nun einen ganz anderen Charakter verleihen würden. Der Arbeitgeberin blieb nur die Möglichkeit einer erneuten Kündigung – diesmal betriebsbedingt. (LAG Düsseldorf, 7 Sa 1243/14)
( 04/16 )