Arbeitsrecht von A-Z
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Kündigung, Überforderung

Einfach überfordert: Urkundenfälschung kein Kündigungsgrund



Urkundenfälschung ist zwar normalerweise ein Kündigungsgrund, jedoch kann dies im Einzelfall anders sein, wenn die Ursache für die Urkundenfälschung z.B. in der Überforderung und schlechten Einarbeitung des Mitarbeiters liegt. So wurde vor dem Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern ein Fall verhandelt, in dem ein Mitarbeiter einzelne Seiten einer Rechnung ausgetauscht hatte. Nach 30-jähriger Betriebszugehörigkeit als Meister für die Gewerke, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik wurde der Mann nach einer Umstrukturierung in den Außendienst zur Planung von Aufträgen und Erstellung der Angebote eingesetzt. Dabei unterliefen ihm viele Fehler. Nachdem ein Kunde eine von ihm erstellte aber von einem Vorgesetzten unterschriebene Rechnung bereits zum dritten Mal monierte, tauschte der Mann kurzerhand Seiten der Rechnung aus. Die Richter hatten den Eindruck, dass der Mann mit seiner neuen Aufgabe überfordert war und auch nicht entsprechend eingearbeitet worden war. Daher sehen die Richter die Urkundenfälschung als „Einarbeitungsvergehen“ an und nicht als Grund für eine fristlose Kündigung. (LAG Mecklenburg-Vorpommern, 5 Sa 217/07).
( 08/08 )