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Kündigung, Steuerhinterziehung

Kündigung wegen Steuerhinterziehung

Wer sein Nettoeinkommen durch eine rechtswidrig Abrechnungspraxis kleiner rechnet, riskiert eine ordentliche Kündigung. Das machte jüngst ein Urteil des Arbeitsgerichtes Kiel deutlich. Die Mitarbeiterin eines Reinigungsunternehmens hatte einen Teil ihrer geleisteten Arbeit über zwei geringfügig beschäftigte Kolleginnen abrechnen und sich von ihnen das Geld später auszahlen lassen. Als der Geschäftsführer davon erfuhr, kündigte er der Mitarbeiterin fristlos und zugleich ordentlich. Die Frau klagte mit der Begründung, der Betriebsleiter habe ihr die Abrechnungsform vorgeschlagen. Diese sei im Betrieb seit Jahren Usus. Die Beklagte bestreitet dies. Wegen eines Formfehlers sei die fristlose Kündigung unwirksam, entschieden die Richter ohne Beweisaufnahme. Die ordentliche Kündigung habe aber Bestand, die Klägerin habe die Rücksichtnahmepflicht schwerwiegend verletzt. Denn sie habe gewusst, dass das Vorgehen illegal war. Zudem habe sie als Vorarbeiterin und Objektleiterin Vorbildfunktion. Eine Abmahnung sei nicht notwendig gewesen, denn die Mitarbeiterin habe primär sich selbst begünstigt und auch nicht davon ausgehen können, dass die auswärtige Geschäftsführung die vom Betriebsleiter vorgeschlagene Praxis billigen würde. (ArbG Kiel 2 Ca 1793/13)
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