Arbeitsrecht von A-Z
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Kündigung nach Arbeitszeitbetrug

Wer bei der Zeiterfassung trickst und damit bezahlte Arbeitszeit für private Arbeitsunterbrechungen nutzt, riskiert eine Kündigung. So geschehen im Fall eines 46 Jahre alten Klägers. Er war über 25 Jahre bei einer Großmetzgerei beschäftigt. Beim Verlassen des Produktionsbereichs müssen die Mitarbeiter sich mit einem elektronischen Chip an einem Zeiterfassungsgerät abmelden. Der Kläger war dabei beobachtet worden, wie er den Chip mal gar nicht benutzte, andere Male ihn beim Vorhalten vor das Gerät mit der Hand abschirmte, sodass das Gerät ihn nicht erfassen konnte. So waren in einem Zeitraum von eineinhalb Monaten mehr als 3,5 Stunden bezahlte Pausen aufgelaufen. Der Mann erhielt deshalb die fristlose Kündigung. Seine Klage hatte weder vor dem Arbeitsgericht noch dem Landesarbeitsgericht Erfolg. Die Richter sahen einen eindeutigen Arbeitszeitbetrug. Ein Versehen des Klägers sei ausgeschlossen, da das Gerät bei der Erfassung piept, er hätte bemerken müssen, dass der Chip nicht eingelesen wurde, so die Richter. Da es sich um vorsätzlichen Betrug handelt, sei eine Weiterbeschäftigung für die Firma nicht zuzumuten.
(Hessisches LAG, 16 Sa 1299/13)
( 05/15 )