Arbeitsrecht von A-Z
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Kündigung nach Arbeitsverweigerung

Wer seine Arbeit verweigert, weil er meint, nicht angemessen vergütet zu werden, dem blüht eine fristlose Kündigung. Hiervor schützt ihn auch kein Irrtum. Ein Bodenleger war seit einem Jahr für eine Baufirma tätig. Für bestimmte Arbeiten war ein Akkordlohn vereinbart worden, ansonsten ein Stundenlohn von 12 Euro. Der Mann hatte den Auftrag, in 40 Häusern Boden im Akkord zu verlegen. Nach zwei Arbeitstagen rechnete er sich einen Stundenlohn von 7,86 Euro aus. Daraufhin verlangte er einen adäquaten Stundenlohn für diese Baustellen oder einen anderen Einsatzort. Das wurde ihm verweigert, der Geschäftsführer wies ihn mehrmals an, den Auftrag auszuführen und drohte mit einer fristlosen Kündigung. Der Kläger verweigerte weiter die Arbeit, worauf die Kündigung folgte. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein gab dem Arbeitnehmer Recht. Der Mann habe die angenommene Arbeit ausführen müssen, auch wenn es eine möglicherweise unzureichende Vergütungsabrede gab. Die getroffene Vereinbarung galt. Erst nach erfolgter Arbeit hätte er einen Vergütungsstreit führen können. Dass sich der Arbeiternehmer wohl über das Zurückbehaltungsrecht geirrt hatte, sei unerheblich. (LAG Schleswig-Holstein, 5 Sa 111/13)

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