Arbeitsrecht von A-Z
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Kündigung, Konkurrenztätigkeit

Kündigung wegen Konkurrenztätigkeit wirksam

Wer im Gewässer des Chefs fischt, riskiert die Kündigung. Arbeitnehmer dürfen für Kunden des Arbeitgebers keine Tätigkeiten im gleichen Marktbereich auf eigene Rechnung durchführen – es droht die fristlose Kündigung wegen Konkurrenztätigkeit. Das gilt auch, wenn der Arbeitgeber erst Jahre später hiervon Kenntnis erlangt. Denn die Zwei-Wochen-Frist des § 626 Abs. 2 Satz 1 BGB beginnt erst mit der Kenntnisnahme des Arbeitgebers. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht mit einem Urteil bekräftigt. Ein Rohrleitungsmonteur hatte 2007 zunächst im Auftrag seiner Firma Abflussrohre inspiziert. Am Tag darauf verlegte er dort neue Rohre – auf eigene Rechnung. Eine Quittung stellte er über die angenommenen 900 Euro nicht aus. Die Firma erfuhr erst 2011 von dem Vorfall, als die Kundin eine Nachbesserung verlangte. Die Firma kündigte dem Mitarbeiter tags darauf fristlos. Der Klage des Monteurs gab das Arbeitsgericht statt, das LAG jedoch hob das Urteil auf und wies die Klage ab. Die Kündigung ist nach Auffassung der Richter wirksam. Der Monteur hatte seinem Arbeitgeber gemäß § 626 Abs. 2 Satz 2 BGB unerlaubt Konkurrenz gemacht. Der Arbeitgeber hat unmittelbar nach Kenntnis des Vorfalls rechtswirksam gekündigt. (Hessisches LAG, 16 Sa 593/12)
( 09/13 )