Arbeitsrecht von A-Z
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Kündigung, fristlos, Teilnahme an Telefon-Gewinnspiel

Keine Kündigung nach Teilnahme am Telefon-Gewinnspiel

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist es sinnvoll, die Nutzung des Dienstanschlusses detailliert zu regeln. Andernfalls kann es zu Differenzen kommen. Eine Mitarbeiterin hat vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf gegen ihre Kündigung geklagt. Die hatte sie erhalten, weil sie von ihrem Dienstanschluss an einem kostenpflichtigen Telefon-Gewinnspiel teilgenommen hatte. Während ihrer Pausen hatte die Bürokraft mehrmals an dem Gewinnspiel des lokalen Radiosenders teilgenommen. Jeder Anruf kostete 50 Cent. Es entstanden Kosten von 18.50 Euro, die sie aber nicht bei ihrem Arbeitgeber angab. Als der auf die Rechnung aufmerksam wurde, leugnete sie zunächst die getätigten Anrufe. Am Folgetag gab sie sie zu und bot an, die entstandenen Kosten zu erstatten. Kurz darauf erhielt sie die fristlose Kündigung. Mit ihrer Klage dagegen hatte die Frau sowohl vor dem Arbeitsgericht als auch vor dem Landesarbeitsgericht Erfolg, die Kündigung ist nicht wirksam. Denn: Ihr war die private Nutzung des Dienstanschlusses ausdrücklich erlaubt. Der Umfang dieser privaten Nutzung war jedoch nicht geregelt. Ihre Anrufe bei der Gewinn-Hotline stellten zwar eine Pflichtverletzung da, denn die Teilnahme an kostenpflichtigen Gewinnspielen kann nicht als übliche private Nutzung angesehen werden. Als schwer genug für eine fristlose Kündigung sahen die Richter diese Pflichtverletzung jedoch nicht an. Schließlich erfolgten die Anrufe in den Pausen, sodass kein Arbeitszeitbetrug vorliegt. (LAG Düsseldorf, 12 Sa 630/15)

( 04/16 )