Arbeitsrecht von A-Z
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Kündigung, Beleidigung auf Facebook

Wer den Vorgesetzten auf seiner Facebook-Seite beleidigt, muss mit einer Kündigung rechnen. Denn wer dort auf einer sogenannten Pinnwand postet und in Kauf nimmt, dass ein größerer Kreis die Äußerungen liest, darunter auch Arbeitskollegen, hebt die Vertraulichkeit auf. Dies gilt nicht für abfällige Äußerungen in vertraulichen Gesprächen mit Kollegen. Bei einer öffentlichen Äußerung auf Facebook aber ist nach Auffassung der Richter des Arbeitsgerichtes Hamm eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung gerechtfertigt. Der Kläger hatte auf seiner Facebook-Seite seinen Vorgesetzten rüde beschimpft. Sämtliche 70 Freunde des Klägers, davon die Hälfte Arbeitskollegen, sowie weitere Nutzer konnten den Beitrag einsehen. Der Arbeitgeber kündigte daraufhin fristlos und hilfsweise mit ordentlicher Kündigungsfrist. Die Kündigungsschutzklage des Klägers hatte lediglich hinsichtlich der fristlosen Kündigung Erfolg. Die ordentliche verhaltensbedingte Kündigung sahen die Richter als gerechtfertigt an. Denn grobe Beleidigungen gegen Vorgesetzte können durchaus eine Kündigung nach sich ziehen, wenn sie nicht in einem vertraulichen Gespräch gefallen sind und damit dem Betriebsfrieden und dem Vertrauensverhältnis innerhalb der Firma schaden. Die Äußerungen auf der Facebook-Seite kamen einer betriebsöffentlichen Verkündung gleich. (ArbG Hagen, 3 Ca 2597/11)
( 03/13 )