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Kündigung, Beleidigung auf Facebook im Affekt: Kündigung?

Grundsätzlich kann die Beleidigung eines Kollegen in einem sozialen Netzwerk im Internet wie Facebook eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. Vor allem dann, wenn der Betreffende auch mit vielen Arbeitskollegen vernetzt ist, die den Eintrag lesen können. Hat der Betreffende allerdings den Kollegen nicht namentlich genannt oder im Affekt gehandelt, könnte es glimpflich ausgehen. So erging es einem Kläger vor dem Arbeitsgericht Duisburg. Kollegen hatten ihn fälschlicherweise beim Arbeitgeber denunziert, woraufhin er sie bei Facebook als „Speckrollen“ und „Klugscheißer“ titulierte – allerdings ohne namentliche Nennung. Daraufhin wurde ihm gekündigt. Zu Unrecht, wie das Arbeitsgericht urteilte. Zwar seien Beleidigungen in Sozialen Netzwerken sogar schwerwiegender anzusehen als mündlich getätigte, da sie für viele einsehbar und nachzulesen sind. Doch hielten ihm die Richter zu Gute, dass er im Affekt gehandelt hat und keine Namen genannt hat. Die Kündigung sei daher unwirksam. (ArbG Duisburg, 5 Ca 949/12)
( 06/13 )