Arbeitsrecht von A-Z
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Kündigung, Bank-Ausbildung, Diebstahl

Ausbildung: Indizien führen zur Kündigung

Auch wenn einem Bank-Azubi der Diebstahl nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, wurde ihm dennoch rechtmäßig gekündigt – so das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes. Zu Beginn seines zweiten Lehrjahres sollte ein Banklehrling das Geld im Nachttresor zählen. Später fehlten 500 Euro. In einem Personalgespräch soll der Lehrling dann von sich aus die genaue Höhe der fehlenden Summe genannt haben, obwohl er nur auf einen Fehlbetrag angesprochen worden sei. Ihm wurde daraufhin gekündigt. Obwohl seine Anwältin darauf hinwies, dass vier weitere Mitarbeiter nach dem jungen Mann mit dem Geld hantiert hätten und die üblichen Gegenkontrollen nach dem Zählen nicht durchgeführt worden seien, sah das Bundesarbeitsgericht die Kündigung als angemessen an. Und dass, obwohl gerade für die Kündigung von Azubis die Hürden hoch sind, sie kann nach der Probezeit nur fristlos und aus wichtigem Grund erfolgen. Ein solcher liegt vor, wenn ein dringender Verdacht einer schwerwiegenden Pflichtverletzung gegeben ist und daher die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses nicht zuzumuten ist. In diesem Fall hätten alle Indizien gegen den Lehrling gesprochen.
( 09/15 )