Arbeitsrecht von A-Z
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Kritik am Arbeitgeber

Keine Kündigung wegen Kritik
Wer als Arbeitnehmer deutliche Kritik an der Geschäftsführung übt, dem droht nicht unbedingt eine fristlose Kündigung. So entschieden kürzlich die Richter des Hessischen Landesarbeitsgerichtes in Frankfurt. Sie gaben der Klage einer Sachbearbeiterin statt, die gegen ihre Kündigung bei einem Kommunikationsunternehmen vor Gericht gezogen war. Die Frau hatte gegenüber Kollegen geäußert, der Geschäftsführer entnehme für private Anschaffungen Geld aus der Firmenkasse und sprach ihm Führungskompetenzen ab. Die Firma kündigte der Mitarbeiterin daraufhin mit der Begründung, dass das Vertrauensverhältnis zerrüttet sei. Die Richter gaben jedoch der Klägerin Recht. Sie habe dem Geschäftsführer keine strafbare Handlung unterstellt. Auch habe die Firma nicht beweisen können, dass der Betriebsfriede durch die Äußerungen der Klägerin gestört worden sei. Dies sind aber die beiden wichtigsten Voraussetzungen für eine berechtigte Kündigung. Kritik auch an Vorgesetzten müsse aber möglich sein. (LAG Frankfurt/Main Az 6 Sa 620/04) 08/05