Arbeitsrecht von A-Z
Anzahl der Einträge: 1

Gruß verweigert, Kündigung

Vorgesetzten nicht gegrüßt – Kündigung unwirksam
Grüßen gehört zweifelsohne zum guten Benehmen. Allerdings stellt die Verweigerung eines Grußes nach Ansicht des Landesarbeitsgerichtes Köln keine grobe Beleidigung dar. Auch dann nicht, wenn es sich bei dem Gegenüber um den Vorgesetzten handelt. In dem zu verhandelnden Fall hatte ein Außendienstmitarbeiter den Geschäftsführer seines Unternehmens beim Spaziergang im Wald demonstrativ nicht gegrüßt, weil dieser ihm zuvor eine krankheitsbedingte Kündigung angedroht hatte. Daraufhin wurde dem Mitarbeiter verhaltensbedingt gekündigt. Zu Unrecht, wie die Richter fanden. Nach ihrer Ansicht sei eine Kündigung erst gerechtfertigt, wenn eine weitere Zusammenarbeit den betrieblichen Zwecken nicht mehr dienen würde. Ein nicht erwiderter Gruß schließe dies nicht aus, zumal sich der Vorfall außerhalb des Betriebes ereignet hatte. Allerdings sollte solch ein Benehmen nicht einreißen. Andernfalls kann der Arbeitgeber dies nämlich sehr wohl beanstanden und im Wiederholungsfall und nach erfolgter Abmahnung auch kündigen, warnt die AURiS Rechtsanwalts AG.
( 06/06 )