Arbeitsrecht von A-Z
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Gewalt, Reflex

Lehrer darf in Ausnahmefällen die Hand ausrutschen

Wenn einem Lehrer die Hand ausrutscht, so muss dies keine Kündigung rechtfertigen. Diese Erfahrung musste das Land Sachsen-Anhalt jetzt machen. Ein Pädagoge hatte im Streit mit einer Schülerin, nachdem diese ihm auf seine verletzte Schulter geschlagen hatte, ebenfalls ausgeholt. Daraufhin kündigte ihm das Land fristlos und zusätzlich fristgerecht. Den Kündigungsschutzklagen des Lehrers gab das Arbeitsgericht statt, die Richter sahen das Arbeitsverhältnis nicht als beendet. Das Land ging vor dem Landesarbeitsgericht erfolglos in Berufung, eine Revision wurde nicht zugelassen. Die Richter beriefen sich auf die Einzelfallabwägung. Die umfangreiche Beweisaufnahme unter Lehrern und Schülern habe ergeben, dass das Verhalten des Lehrers eine Reaktion auf die Eskalation unter den Schülern gewesen sei. Auch zogen sie in Erwägung, dass die Reaktion ein Reflex gewesen sein. (LAG Schleswig-Holstein, 4 Sa 404/10)
 ( 09/12 )