Arbeitsrecht von A-Z
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Geldwerte Vorteile statt Gehaltserhöhung

Gehaltswünsche überschreiten oft die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Arbeitgebern. Wer seinen Mitarbeiter aber dennoch für seine Arbeit belohnen möchte, kann auf geldwerte Vorteile zurückgreifen. Von ihnen profitieren beide Seiten, der Arbeitnehmer hat mehr im Portemonnaie und die Abgabenlast des Arbeitgebers sinkt.

Die bietet sich an, wenn ein Mitarbeiter beruflich viel reist.

  • Firmenwagen: So kann ein Firmenwagen z.B. auch zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt werden und sämtliche Kfz-Kosten werden vom Arbeitgeber getragen. Der geldwerte Vorteil bemisst sich für die Lohnsteuer mit monatlich 1 % vom Listenpreis zuzüglich Sonderausstattungen – unabhängig vom Ausmaß der privaten Nutzung. Für die Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstelle wird ein weitere geldwerter Vorteil berechnet: pro Kilometer und Monat 0.03 % des Listenpreises. Die Höhe der Lohnsteuer für die privaten Fahrten hängt von der Fahrzeugklasse und der Progression des Arbeitnehmers ab.
  • Tankgutscheine: Tankgutscheine bleiben im wert von 44 Euro pro Monat steuer- und abgabenfrei. Der Kauf von Kraftstoff über die Tankkarte des Arbeitgebers führt hingegen immer zu Barlohn und stellt keine steuerbegünstigte Sachzuwendung da.
  • Dienstreise: Geht ein Arbeitnehmer auf Dienstreise kann der Arbeitgeber die anteiligen Aufwendungen auch erstatten, wenn das Programm zum Teil private Veranstaltungen beinhaltet. Bei gemischten Reisen lassen sich die Kosten in Arbeitslohn und Zuwendungen im eigenbetrieblichen Interesse aufteilen. Der private Anteil kann ebenfalls steuerfrei bleiben bis zur Freigrenze von 110 Euro. Oder die Firma kann die Lohnsteuer übernehmen pauschal mit 25 Prozent, sofern die Erstattung auf den privaten Teil der Reise entfällt.
  • Fahrten zur Arbeit: Für Fahrten von der Wohnung zur Arbeit kann die Firma zum Arbeitslohn einen Zuschuss für die gesamte Strecke gewähren und hierfür die Lohnsteuer mit pauschal 15 % selbst übernehmen. Die Zuwendung ist abgabenfrei. Da Fahrkarten zu Werbungskosten zählen, kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer hierfür ebenfalls pauschal mit 15 % übernehmen.
  • Bahncard: Für viel reisende Arbeitnehmer kann der Arbeitgeber die Bahnkarten finanzieren, die dann auch privat genutzt werden kann, ohne dass Lohnsteuer anfällt. Die gilt allerdings nur, wenn die voraussichtlichen Kosten der dienstlichen Bahnfahrten den Kaufpreis der Bahncard übersteigen.
  • JobTicket: Die kostenlose oder verbilligte Fahrkarte für Verkehrsverbünde stellt zwar steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Allerdings können die Freigrenzen für Sachbezüge von monatlich 44 Euro in Anspruch genommen werden.

( 05/10 )