Arbeitsrecht von A-Z
Anzahl der Einträge: 1

fristlose Kündigung, Glaubensfreiheit

Wann darf aus religiösen Gründen die Arbeit verweigert werden?



Ignoriert ein Arbeitnehmer die Arbeitsanweisung des Arbeitgebers, kann dies eine ordentliche oder auch außerordentliche Kündigung rechtfertigen- auch wenn er religiöse Gründe hierfür angibt. Entsprechend entschied das Landesarbeitsgericht München in einem Fall. In dem Prozess klagte eine Arbeitnehmerin, die für ihre Firma Führungen für Besucher organisierte. Bei Buchung von Kindergeburtstagen sollte sie im Vorfeld Name und Geburtsdatum des Kindes abfragen, damit die Firma gratulieren könne. Dies verweigerte die Frau mit Hinweis auf ihre Religion. Als Zeugin Jehovas feiere sie keine Geburtstage. Durch die Gratulation werde die Führung zur Geburtstagsfeier. Ihr wurde gekündigt. Nach Auffassung der Richter zu Recht. Zwar dürfen Mitarbeiter aufgrund ihrer Religion nicht in schwere Gewissenskonflikte gebracht werden, jedoch lasse sich nicht jede Arbeitsverweigerung damit entschuldigen. Die Frage nach dem Geburtsdatum schränke die Glaubensfreiheit der Mitarbeiterin nicht übermäßig ein. Verweigert der Arbeitnehmer jedoch tatsächlich aus Glaubens- und Gewissensgründen die Arbeit, ist diese Entscheidung schutzwürdig. Dann gelte dies aber nicht als Arbeitsverweigerung, sondern als partielle Arbeitsunfähigkeit, so die Richter. (LAG Münster 2 Sa 699/08)
( 05/09 )