Arbeitsrecht von A-Z
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Freistellung, Krankes Kind – Können Eltern zu Hause bleiben?

Kranke Kinder können nicht alleine zu Hause bleiben. Doch können Eltern einfach bei ihnen bleiben? Solange der Arbeitnehmer nicht selbst krank ist, besteht gemäß dem Entgeltfortzahlungsgesetz kein Anspruch auf Freistellung unter Vergütungsfortzahlung. Die Pflege erkrankter Familienangehöriger, insbesondere von Kindern unter zwölf Jahren, ist jedoch ein persönlicher Grund, der Arbeit fern zu bleiben. Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf Freistellung bei einem Kind unter zwölf Jahren. Nach § 616 BGB muss der Arbeitgeber auch die Vergütung fortzahlen, wenn der Arbeitnehmer für eine nicht erhebliche Zeit ausfällt, um z.B. ein krankes Kind zu betreuen. Was genau erheblich bedeutet, muss im Einzelfall entschieden werden, zehn Tage dürften im Rahmen sein. In Tarif- oder Arbeitsverträgen werden meist Höchstgrenzen an Tagen geregelt. Die Entgeltfortzahlung kann in Arbeitsverträgen aber auch gänzlich ausgeschlossen werden. Gesetzlich Krankenversicherte haben nach § 45 SGB V Anspruch auf Krankengeldzahlung für maximal zehn Tage für jedes erkrankte Kind unter zwölf Jahren, natürlich nur sofern der Arbeitgeber den Lohn nicht fortzahlt. Alleinerziehende haben Anspruch auf 20 Tage. Grundsätzlich muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber unverzüglich mitteilen, dass und wie lange er voraussichtlich ausfällt. Es kann auch ein Attest angefordert werden. Verstöße hiergegen rechtfertigen eine Abmahnung.
( 03/13 )