Arbeitsrecht von A-Z
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Elternzeit, Verdachtskündigung

Während der Elternzeit genießen Arbeitnehmer fast einen absoluten Kündigungsschutz. Aber im Falle einer betriebsbedingten Straftat können sich die Wege von Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch in dieser Zeit trennen. Reicht aber auch eine bloße Verdachtskündigung? Nein, wie das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in einem Urteil jüngst klarstellte. Ein Arbeitgeber hatte einer Mitarbeiterin in Elternzeit gekündigt. 500 Euro waren spurlos verschwunden. Der Chef verdächtigte die junge Mutter, da sie angab, das Geld auf ein Konto des Arbeitgebers eingezahlt zu haben. Dort fand er den Betrag jedoch nicht und vermutete, dass die Frau das Geld unterschlagen hatte. Eine Zustimmung zur Kündigung einer Aufsichtsbehörde bekam er nicht, ebenso wenig wie die Zustimmung vor Gericht. Der Verdacht allein genügte den Richtern nicht, im Rahmen einer Elternzeit seien besonders strenge Maßstäbe anzulegen. (Oberverwaltungsgericht NRW 12 A 1659/12)
( 08/14 )