Arbeitsrecht von A-Z
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E-mail-Adresse

Der richtige Umgang mit der verwaisten Email-Adresse
Wenn Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber wechseln, bleibt eins zurück: Die personalisierte Email-Adresse auf der Firmen-Domaine. Sie kann den Arbeitgeber natürlich dazu verleiten, in der Korrespondenz des ehemaligen Mitarbeiters zu schnüffeln. Der korrekte Umgang mit der verwaisten Email-Adresse ist nicht ganz einfach. Eine automatisierte Antwort, die z.B. darauf verweist, dass der Arbeitnehmer auf eigenen Wunsch die Firma verlassen hat, verstößt gegen das Personalaktengeheimnis. Es liegt auch ein arbeitsrechtlicher Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht des ehemaligen Mitarbeiters sowie gegen das Bundesdatenschutzgesetz vor. Mitgeteilt werden darf nur, und dies ist auch im Sinne guter Geschäftskontakte erforderlich, dass der Mitarbeiter unter dieser Adresse nicht mehr erreichbar ist. Um auch die Privatsphäre des ausscheidenden Mitarbeiters nicht anzutasten, empfiehlt die AURiS Rechtsanwalts AG Firmen, die private Nutzung der Internetadresse von vornherein zu verbieten. Will ein Arbeitgeber sie erlauben, sollte er mit jedem Mitarbeiter einzeln eine juristisch geprüfte Vereinbarung abschließen. Auch sollte grundsätzlich schriftlich geregelt werden, was mit der Adresse passiert, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, z.B. eine Übergangsfrist, in der Post noch angenommen und automatisiert beantwortet wird. Aus Arbeitnehmersicht ist zu raten, dass private Korrespondenz grundsätzlich nicht über die Firmenadresse geführt werden sollte. Fragen Sie in ihrer Firma nach der Regelung, fordern Sie sie gegebenenfalls schriftlich ein. Sichern Sie sich ihre Kontaktdaten und informieren Sie diese, wenn sie den Arbeitgeber wechseln.
( 05/08 )