Arbeitsrecht von A-Z
Anzahl der Einträge: 1

Diskriminierung, Statistik

Diskriminierungsprozess: Statistischer Beweis



Erstmals hat ein deutsches Gericht einen mathematischen Beweis in einem Diskriminierungsprozess zugelassen. 85 Prozent Frauen im Unternehmen, 0 Prozent Frauen in der Chefetage – mit dieser simplen aber eindrucksvollen Rechnung überzeugte eine Angestellte der Musikrechte-Verwertungsgesellschaft GEMA die Richter. Das Landesarbeitsgericht Berlin verurteile das Unternehmen zur Zahlung von 20.000 Euro Schadensersatz, des Verdienstausfalles in Höhe von 28.214,66 Euro sowie der Gehaltsdifferenz. Die Klägerin hatte ein mathematisches Gutachten anfertigen lassen, das eine Wahrscheinlichkeit von unter einem Prozent ergab für die Annahme, dass es Zufall sei, dass bei der GEMA alle 16 Direktorenposten mit Männern besetzt sind, während der Frauenanteil im Unternehmen bei rund 85 Prozent liegt. Die GEMA konnte dies nicht widerlegen, zumal es für den Posten keine Ausschreibung gab. Während in den USA Statistiken ein gängiges Mittel zur Ermittlung von Diskriminierungen sind, wurde es erstmals in Deutschland beachtet. Beide Seiten haben Revision angekündigt.
( 11/08 )