Arbeitsrecht von A-Z
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Diskriminierung, Schwangerschaft

Zwei Mal in der Schwangerschaft gekündigt
Wird einer Frau im Laufe ihrer Schwangerschaft zwei Mal gekündigt, so ist dies nach Meinung der Richter am Landesarbeitsgericht Berlin durchaus als Diskriminierung zu sehen.  Der Klägerin war zwei Mal gekündigt worden, ohne dass die  nach § 9 Abs. 3 Mutterschutzgesetz vorgeschriebene Zustimmung der Arbeitsschutzbehörde eingeholt worden war. Bereits die erste Kündigung war durch ein Gericht als unwirksam erklärt worden. Als wenige Monate später die zweite Kündigung erfolgte, klagte die Frau erneut, und verlangte diesmal eine Geldentschädigung nach dem AGG. Der Arbeitgeber machte vergeblich geltend, dass er davon ausgegangen sei, dass die Schwangerschaft bereits beendet sei. Nach Auffassung der Richter stellte die erneute Kündigung eine Benachteiligung der Mitarbeiterin als Frau dar. Es hätten keine Anzeichen für ein Ende der Schwangerschaft vorgelegen. Und die Klägerin sei auch nicht verpflichtet gewesen, den Arbeitgeber über den Fortbestand der Schwangerschaft zu unterrichten. Die Kündigung ist wegen  Verstoßes gegen das Mutterschutzgesetz unwirksam. (LAG Berlin 23 Sa 1045/15)
( 04/16 )