Arbeitsrecht von A-Z
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Diskriminierung, Morbide Adipositas  kann ein Fall für Diskriminierung sein

Auch wenn es  keinen allgemeinen Grundsatz im Unionsrecht gibt, der Diskriminierung wegen Adipositas behandelt, so kann die morbide Adipositas, also das krankhafte Übergewicht unter den Begriff Behinderung fallen, wenn sie derart stark ausgeprägt ist, dass sie den Betroffenen erheblich einschränkt. Ein Bezirksgericht in Dänemark hatte den Europäischen Gerichthof um Klärung gebeten, der Generalanwalt hatte entsprechend geantwortet. Der Kläger war 15 Jahre lang für eine Gemeinde als Tagesvater in einem Heim für Kinder tätig. Während der gesamten Zeit war er schwer übergewichtig, wog über 160 Kilo und hatte einen Bodymaßindex von 54. Ihm wurde gekündigt mit der Begründung, die Anzahl der zu betreuenden Kinder hätte sich reduziert.  Im Rahmen einer Anhörung zu seiner Kündigung wurde auch sein Übergewicht thematisiert. Laut seinem Arbeitgeber sei das aber für die Kündigung nicht von Relevanz gewesen. Dennoch zog der Mann wegen Diskriminierung vor Gericht.  Der Generalanwalt war der Meinung, dass ein Bodymaßindex von über 40 durchaus zu schweren Einschränkungen führen könne, die dem Grad einer Behinderung entsprechen. Für einen Behinderten soll der Arbeitgeber angemessene Maßnahmen ergreifen, die ihm eine Teilhabe am Berufsleben ermöglichen. Diese sollen aber auch nicht zu einer unverhältnismäßigen Belastung des Arbeitgebers führen. (EuGH Generalanwalt C-354/13)
( 05/15 )