Arbeitsrecht von A-Z
Anzahl der Einträge: 1

Diskriminierung, krankheitsbedingte Kündigung

Wer häufig krank ist, riskiert den Arbeitsplatz
Die deutsche Rechtsprechung zu krankheitsbedingten Kündigungen ist im Umbruch. Erst kürzlich noch hatte das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil festgelegt: Arbeitnehmer, die häufig krank sind, riskieren ihren Arbeitsplatz. Und zwar nicht nur, wenn es sich um eine chronische Erkrankung handelt, sondern auch, wenn es zu häufigen unterschiedlichen Erkrankungen kommt. Denn auch dann sei eine negative Gesundheitsprognose gegeben: Man könne davon ausgehen, dass der Arbeitnehmer bald wieder krank werde, weil er über eine schwache körperliche Konstitution verfüge, so die Richter. Die bisherige Rechtsprechung sagte, dass eine ausgeheilte Krankheit sich nicht in einer Prognose niederschlagen dürfe. Nun aber kommt die EU-Antidiskriminierungsrichtlinie 2000/78/EG zum Zuge. Sie widerlegt die deutsche Rechtsprechung in Teilen. Und zwar: Ist der Arbeitgeber aufgrund seiner Krankheit nicht behindert, entspricht eine krankheitsbedingte Kündigung keiner Diskriminierung. Liegt dagegen den Arbeitsausfällen eine Behinderung zu Grunde, müsste die Kündigung dem europäischen Diskriminierungsverbot standhalten.
( 07/06 )