Arbeitsrecht von A-Z
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Diskriminierung, ernsthafte Bewerbung

Entschädigung nur bei ernsthafter Bewerbung



Einzig die Tatsache, dass ein Arbeitnehmer parallel gegen mehrere potentielle Arbeitgeber Entschädigungsklagen wegen Diskriminierung nach § 15 Abs. 2 AGG führt, lässt nicht an der Ernsthaftigkeit der Bewerbung zweifeln. Nach Auffassung des Landesarbeitsgerichtes Schleswig-Holstein muss vielmehr aus den weiteren Begebenheiten ersichtlich sein, dass es dem vermeintlichen Bewerber nicht um den Arbeitsplatz, sondern um die Geltendmachung etwaiger Entschädigungsansprüche geht. So geschehen in dem von den Richtern zu verhandelnden Fall. Ein 42 Jahre alter Außenhandelskaufmann, der seit mehreren Jahren arbeitslos ist, bewarb sich u.a. auf eine Stellenanzeige, in der „ein/e jüngere/r Buchhalter/in mit mehrjähriger Berufserfahrung“ gesucht wurde. Der Mann klagte auf Entschädigung wegen Diskriminierung vor dem Arbeitsgericht Kiel und führte parallel 36 ähnliche Verfahren an einem Arbeitsgericht. Das AG Kiel wies die Klage zurück. Die Berufung vor dem LAG Schleswig-Holstein bleib erfolglos. Zwar enthalte das Inserat eine Altersdiskriminierung, doch habe der Kläger auch von den Qualifikationen nicht ins Profil gepasst. Er sei nun mal kein Buchhalter mit Berufserfahrung.
(LAG Schleswig-Holstein, 5 Sa 286/08)
( 03/09 )