Arbeitsrecht von A-Z
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Befristung

Vorsicht bei befristeten Arbeitsverhältnissen




Soll ein Arbeitsverhältnis nur befristet sein, sollten Unternehmer dies auch unbedingt vor Arbeitsbeginn schriftlich festhalten. Sonst entsteht nämlich automatisch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.
Zwar können der Unternehmer und der neue Mitarbeiter ein Arbeitsverhältnis auch mündlich vereinbaren – nicht jedoch die Befristung. Diese muss immer vor Arbeitsantritt schriftlich festgehalten werden. Eine mündliche Vereinbarung, die z.B. im Vorstellungsgespräch getrof-fen wurde, reicht hierbei nicht aus. Auch kann die Befristung nicht rückwirkend nach Arbeitsbeginn niedergelegt werden.
Dies geht aus einem aktuellen Urteil des Bundesarbeitsgerichts hervor (AZ: Bundesarbeitsgericht 7 AZR 198/04 vom 1. 12.2004). In dem zu verhandelnden Fall war einem einzustellenden Mitarbeiter im Vorstellungsgespräch mitgeteilt worden, dass es sich um ein auf zwei Jahre befristetes Arbeitsverhältnis handelt. Der entsprechende Arbeitsvertrag wurde aber erst nach Arbeitsbeginn unterzeichnet. Nach Ablauf der zwei Jahre klagte der Arbeitnehmer gegen die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses. Und die obersten Arbeitsrichter gaben ihm Recht: Dabei beriefen sie sich auf den Paragrafen 125 des Bürgerlichen Gesetzbuches, wonach solche Verträge der Schriftform bedürfen und eine spätere Niederlegung nicht zur nach-träglichen Wirksamkeit der Befristung führt.
Lassen Sie sich daher von einem Fachanwalt beraten, wenn es um ein befristetes Arbeitsverhältnis geht.
03/05