Arbeitsrecht von A-Z
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Auszubildende haften bei Personenschäden

Wer einem Kollegen Schaden zufügt, haftet – gleich ob er Auszubildender ist oder nicht. Das Alter spielt hierbei keine Rolle, so die Richter des Bundesarbeitsgerichtes in einem solchen Fall. Ein 19-jähriger Azubi hatte in einem Kfz-Handel mit Lager und Werkstatt einem 17-jährigen Azubi ohne Vorwarnung und mit zugewandtem Rücken ein Metallteil zugeworfen. Das Teil traf den Jüngeren am Auge, er erlitt eine Oberlidverletzung und eine Verletzung an der Hornhaut. Ihm musste eine künstliche Linse eingesetzt werden. Durch die Narbe auf der Hornhaut ist er dauerhaft eingeschränkt. Grundsätzlich haftet ein Arbeitnehmer bei Personenschäden am Arbeitsplatz nur, wenn der Arbeitsunfall vorsätzlich oder auf einem versicherten Weg herbeigeführt wurde. Schmerzensgeld muss er nur dann zahlen, wenn zugleich eine vorsätzliche unerlaubte Handlung vorliegt. Von der Haftung befreit ist er, wenn der Unfall im Rahmen der Verrichtung einer betrieblich Handlung oder auch nur fahrlässig geschehen ist. In diesem Fall greift dann die Unfallversicherung. Sowohl Landesarbeitsgericht als auch Bundesarbeitsgericht sehen aber in dem Wurf keine betrieblich veranlasste Handlung. Der 19-Jährige habe sogar schuldhaft gehandelt. Bereits das Landesarbeitsgericht hatte den Mann zur Zahlung von 25.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Seine Revision vor dem Bundesarbeitsgericht hatte keinen Erfolg, denn Auszubildende haften nach den gleichen Regeln wie andere Arbeitnehmer. ( BAG, 8 AZR 67/14 )

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