Arbeitsrecht von A-Z
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Arbeitszeit, Außendienstmitarbeiter

An- und Abfahrt gilt bei Außendienstmitarbeitern als Arbeitszeit

Für Mitarbeiter im Außendienst gilt: Auch die Anfahrt von zu Hause zum ersten Kunden des Tages sowie die Heimfahrt vom letzten Kunden des Tages ist als Arbeitszeit im Sinne der Arbeitszeitrichtlinie zu sehen. So haben es die Richter des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg in einem Urteil festgelegt. Ein spanisches Gericht hatte in Luxemburg zum Vorentscheid angefragt. Ein Unternehmen hatte seine regionalen Büros geschlossen, sodass die Mitarbeiter täglich von ihrem Wohnort zu den Kundenstandorten fahren mussten, zum Teil beachtliche Strecken. Die Firma hatte die erste und die letzte Fahrt des Tages jeweils als Ruhezeit gerechnet. Zu Unrecht, wie die Luxemburger Richter fanden. Sie sehen die An- und Abfahrt für Arbeitnehmer ohne festen Arbeitsort als Arbeitszeit an, denn die Fahrt sei das notwendige Mittel, um an den Arbeitsort zu kommen. Da sie keinen festen Arbeitsort haben, gehört die Fahrt untrennbar zur ausgeübten Tätigkeit. Außerdem unterliege der Außendienstmitarbeiter ja auch während der Fahrt dem Weisungsrecht des Arbeitnehmers und kann in dieser Zeit nicht frei über seine Arbeit verfügen. (EuGH, 10.9.2015 C-266/14)
( 03/16 )