Arbeitsrecht von A-Z
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Altersdiskriminierung, Entschädigung auch bei Nichtbesetzung der Stelle

Ein Arbeitgeber darf per Stellengesuch nicht ausdrücklich nach Mitarbeitern einer bestimmten Altersgruppe suchen. Damit verstößt er gegen das Antidiskriminierungsverbot. Ein Bewerber, der nicht in die gesuchte Altersgruppe fällt, aber eine geeignete Qualifizierung hat und nicht zum Bewerbungsgespräch geladen wird, könnte sogar dann Schadensersatzverlagen, wenn am Ende gar kein neuer Mitarbeiter eingestellt wurde. Diese Rechtsauffassung bestätigte kürzlich wieder das Bundesarbeitsgericht. So schrieb ein Unternehmen 2009 eine Stelle als „Net Entwickler“ und „SQL Datenbankentwickler“ aus, gesucht wurden zwei „freiberufliche Mitarbeiter zwischen 25 und 35 Jahren“. Der 53-Jährige Kläger bewarb sich und wurde nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen, jedoch wurde auch die Stelle nicht besetzt. Der Mann zog vor Gericht und verlangte als Schadensersatz drei Monatsgehälter in Höhe von insgesamt 26400 Euro wegen Diskriminierung. Die beklagte Firma verwies darauf, dass die Stelle ja gar nicht neu besetzt worden sei und somit kein Ausschluss aufgrund des Alters vorliege. Im Gegenteil, sie habe sogar einen Bewerber zum Gespräch eingeladen, der älter gewesen sei als der Kläger. Arbeitsgericht und LAG wiesen die Klage ab, jedoch hob das Bundesarbeitsgericht die Vorentscheidung auf und verwies sie zur erneuten Verhandlung zurück ans Landesarbeitsgericht. Ob tatsächlich ein Schadensersatzanspruch vorliegt, ist noch nicht abschließend geklärt. Allerdings könne er nach Auffassung der Richter am Bundesarbeitsgericht nicht allein auf Grund der Tatsache, dass gar kein Bewerber eingestellt wurde, ausgeschlossen werden. Das LAG muss nun prüfen, ob der Kläger tatsächlich für die Stelle geeignet gewesen ist und ob eine Einstellung tatsächlich an seinem Alter gescheitert ist. (BAG 8 AZR 285/11)
(12/12 )