Arbeitsrecht von A-Z
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Alkohol, Arbeitsunfall

Sturz wegen Alkohol-Genusses: Arbeitsunfall?
Wer bei einer beruflichen Versammlung zu tief ins Weinglas schaut, und auf dem Heimweg stürzt, ist selber Schuld? Keineswegs, vermutlich ist es ein Arbeitsunfall. Diese Ansicht vertritt das Sozialgericht Heilbronn. Geklagt hatte ein 58-jähriges Betriebsratsmitglied, dass bei einer dreitägigen Betriebsratsversammlung in einem Hotel offenbar reichlich Alkohol getrunken hatte. Am ersten Abend endete die Versammlung um 19.30 Uhr. In der Nacht stürzte der Mann im Treppenhaus des Hotels auf dem Weg zu seinem Zimmer – mit 1,99 Promille Alkohol im Blut. Er verletzte sich schwer und war in Folge längere Zeit arbeitsunfähig. Die Berufsgenossenschaft wollten den Vorfall nicht als Arbeitsunfall anerkennen. Hiergegen zog der Mann vor Gericht, mit der Begründung, dass auch beim abendlichen geselligen Zusammensein betrieblichen Belangen besprochen worden seien. Mit Recht, wie die Richter fanden, sie verpflichteten die Berufsgenossenschaft zur Anerkennung des Arbeitsunfalls. (SG Heilbronn, S 6 U 1040/13)
( 04/14 )