Arbeitsrecht von A-Z
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Abwerbung von Mitarbeitern

Verlässt ein Mitarbeiter ein Unternehmen und versucht andere Mitarbeiter mitzunehmen, kann dies Schadensersatzansprüche nach sich ziehen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es aber erlaubt. Wenn das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist, unterliegt die Abwerbung von Mitarbeitern dem freien Wettbewerbsgesetz. Sie ist gemäß dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb nur dann unzulässig, wenn damit ein verwerflicher Zweck verfolgt wird, z.B. die Verleitung zum Vertragsbruch.
Besteht das alte Arbeitsverhältnis noch, so kann der Mitarbeiter Kollegen von seinem bevorstehenden Schritt in die Selbstständigkeit oder über seine Arbeitsbedingungen beim neuen Arbeitgeber unterrichten. Ebenso ist die beifällige Frage, ob man auch wechseln wolle, erlaubt. Das alles ist vom Grundrechtsschutz aus Artikel 12 GG gedeckt. Wettbewerbswidrig wird es aber, wenn er im laufenden Arbeitsverhältnis ernsthaft auf Kollegen einwirkt, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Dann kann der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer Unterlassung verlangen und diese auch gerichtlich durchsetzen, wenn mit weiteren Verstößen dieser Art zu rechnen ist. Ist ein Schaden nachweisbar, so kann der Arbeitnehmer Ersatz verlangen. Wird für ein Konkurrenzunternehmen abgeworben, ist sogar eine fristlose Kündigung möglich.
Allerdings kann sich ein Arbeitgeber durch eine Vertragsklausel im Arbeitsvertrag auch nach Ende des Arbeitsverhältnisses dagegen schützen, dass Mitarbeiter abgeworben werden. Ob eine solche Klausel allerdings ohne Karenzentschädigung gültig ist, ist in der Rechtsprechung noch nicht eindeutig geklärt. Bei einer Karenzentschädigung verpflichtet sich der Arbeitgeber auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu weiteren Zahlungen an den Arbeitnehmer für den vereinbarten Zeitraum des Abwerbungsverbotes.
( 05/13 )