Arbeitsrecht von A-Z
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Abmahnung

Erteilt ein Arbeitgeber eine Abmahnung, verzichtet er grundsätzlich auf eine Kündigung bezogen auf das gerügte Fehlverhalten. Es sei denn, der Arbeitgeber behält sich das Recht auf eine Kündigung wegen des Fehlverhaltens in der Abmahnung ausdrücklich vor.
( LAG Schleswig-Holstein, Der Betrieb 2005, 340 f. ) 03/05 Kündigung nur „leere Drohung“ ?
Wer als Arbeitgeber zu oft abmahnt, verliert seine Glaubwürdigkeit. Denn eine Abmahnung kann nur dann die Funktion einer Warnung vor einer Kündigung bei einer wiederholten Pflichtverletzung erfüllen, wenn der Arbeitnehmer diese Drohung auch ernst nehmen muss. Eine über Jahre immer wieder angedrohte Kündigung jedoch kann ein Arbeitnehmer als „leere Drohung“ empfinden. Insbesondere die Anzahl der vorausgegangenen Mahnung kann hier ein wichtiger Anhaltspunkt sein. Da es im Arbeitsleben aber durchaus üblich ist, vor einer Kündigung mindestens drei Abmahnungen zu erteilen, ist auch die dritte Abmahnung durchaus noch als ernst zu nehmend anzusehen. Lässt der Arbeitgeber allerdings im Wortlaut der Abmahnung die Möglichkeit offen, Milde walten zu lassen, so entwertet dies wiederum die Warnfunktion. (BAG, Der Bettrieb 2005, S. 341 f. ) 07/05 Dauerfehlen: Erst Abmahnung, dann Kündigung
Auch wer unentschuldigt dauerhaft dem Arbeitsplatz fern bleibt, kann nicht automatisch gekündigt werden. Zunächst muss der Arbeitgeber den Mitarbeiter auffordern, wieder zur Arbeit zu kommen, am besten eine Abmahnung aussprechen. Erst wenn diese Bemühungen erfolglos bleiben, kann eine Kündigung rechtskräftig sein. Dies bekräftigt ein Urteil des Arbeitsgerichtes Frankfurt /Main. (ArbG Frankfurt am Main, 22 Ca 8289/04) 10/05